3 Fragen an: Manuel Nössing

Manuel Nössing ist einer der vielen „kleinen“ Weinbauern, die Wein in hervorragender Qualität auf den Markt bringen. Aufgewachsen ist Manuel Nössing in Südtirol, das er nach der Schule Richtung Wien verließ, um ein Studium der Philosophie und Musikwissenschaften zu beginnen und sich in klassischer Gitarre ausbilden zu lassen. 2003 gründete Nössing seinen bereits mehrfach ausgezeichneten Weinbaubetrieb – nachdem er sich sein Studium im Gastgewerbe finanziert hatte, blieben die Liebe und die Berufung zum Wein.

Martin Benkovics: Du bist als Weinbauer ein echter Quereinsteiger. Wie kommt ein junger Mann dazu, sich so intensiv mit Wein zu beschäftigen, dass es zu seinem Brotberuf wird?

Manuel Nössing: Dass der Weinbau zu meinem Hauptberuf wird, war anfangs nicht geplant. Es war pure Leidenschaft: Da ich schon länger von Wein besessen war, wollte ich in letzter Konsequenz auch selbst einen schaffen und den Wein von seiner Geburtsstunde im Weingarten bis zum Füllen in die Flasche begleiten und dadurch auch ein tieferes Verständnis entwickeln. Es wurde aus dem Hobby vor zehn Jahren schnell ein Nebenberuf und seit ungefähr drei Jahren ein sehr arbeitsintensiver Hauptberuf; das Wissen über Wein hört nie auf…

Manuel Nössing

„Guter Wein ist authentisch“: Manuel Nössing in einem seiner Weingärten in Stammersdorf.

Benkovics: Wenn ich an Wein und Veranstaltungen denke, glaubst du, dass Wein und Event eine „Symbiose“ bilden können? Also, dass zum Beispiel für Hochzeiten andere Weine besser sind als für Kongresse?

Nössing: Für jede Gelegenheit gibt es den oder die richtigen Weine, vor allem wenn Speisen mit an Bord sind! Letztlich nehme ich das aber sehr gelassen: Der richtige Wein ist der, der dem Kunden schmeckt; darüber wird man immer streiten können.

Benkovics: Was ist für dich das Faszinierendste am Weinbau?

Nössing: Der Wein ist ein lebendes Produkt. Der Winzer kann nur möglichst alles unternehmen, damit im Weingarten die gewünschten Trauben heranwachsen, dann im Keller den edlen Saft möglichst schonend begleiten und kontrollieren, damit das gewünschte Resultat entsteht. Trotzdem wird jeder Jahrgang anders sein, und jeder Wein hat seinen eigenen Willen, den man als Winzer akzeptieren muss; will man dies als Winzer nicht hinnehmen, hat man am Ende seelen- und charakterlose Weine. Ein guter Wein ist authentisch, den perfekten Wein gibt es nicht! Er verändert sich jeden Tag; wenn man ihn im Glas hat und ihm zuhört, kann er – vorausgesetzt er hat einen guten Tag – jede Minute etwas anderes erzählen…

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